"Was, wenn eine Familie gar kein Baum ist? 
 Was, wenn sie eher wie ein Wald ist? 
 Eine Ansammlung einzelner Wesen, 
 die ihre Rohstoffe über verflochtene Wurzeln miteinander teilen 
 und sich gegenseitig vor Wind, Wetter und Dürre schützen." 
Michael Christie, Das Flüstern der Bäume, 2019

Anfangs wollte ich mich gar nicht so ausgiebig mit einem Stammbaum beschäftigen. Doch die Fülle der Namen, die in den ganzen Unterlagen auftauchten und meine Neugier, Fotos von Menschen aus verschiedenen Zeitepochen oder Gegenständen, die sich noch in meinem Besitz befinden, einen Namen zuzuordnen, machten es erforderlich, systematisch an die Beziehungen der Personen untereinander heranzugehen. Dies ist eigentlich nur über eine akribische Ahnenforschung möglich.

Ich möchte ein Beispiel eines Rätsels geben, das mir viel Kopfzerbrechen bereitet hat und dessen Lösung ich immer noch nicht vollständig habe. Von meiner Mutter habe ich einen kunstvollen „Zauberbecher“ geerbt, die ihn wiederum von ihrer Stiefmutter geerbt hat. Sie wiederum hatte einen Zettel mit folgendem Text dazu geschrieben: „Das ist ein Zauberbecher. Den hat mein Vater, von Tante Johanna Steinhausens Mutter, deren Schwester verehrt bekommen. Bitte in Ehren halten [Signatur unleserlich]“ Solch verworrene Beschreibungen der Verwandtschaftsbeziehungen lassen sich am besten bildlich in einem Stammbaum darstellen. Nachdem ich immer wieder Menschen, denen ich bei der Stammbaumforschung begegnete, nach Johanna Steinhausen in dem Zweig meiner Stiefoma gefragt hatte, wurde ich eines Tages bei Albrecht Bolz, der für die WGfF forscht, fündig: Johanna Steinhausen war die Nichte meines Stiefurgoßvaters Theodor Joseph Heinen (1870 – 1930). Der „Zauber“ dieses hübschen Bechers liegt im Übrigen darin, dass man aus ihm trinken kann ohne ihn zu kippen.

Archivarbeit und die Verbindung zwischen Hellbach & Becker

Ich habe mich lange gescheut, in ein Archiv zu gehen. Vielleicht, weil ich befürchtete, dass ich die Schriften doch nicht lesen könne, oder dass zu viel auch in Französisch oder Lateinisch verfasst sei. Beides Sprachen, die ich nicht oder nur kaum beherrsche. Bei der Zusammenstellung der Funddaten, die ich bis dahin hatte, waren aber Lücken in den Beziehungen der Familienzweige untereinander, die ich ohne ins Archiv zu gehen, kaum füllen konnte. So entschloss ich mich nach Limburg ins Diozösanarchiv und ins Pfarrarchiv in Filsen einzutauchen. Zuerst schreckt einen das Prozedere bzgl. Datenschutzes etwas ab. Aber bei diesen sehr alten Daten, hat man als Familienforscherin durchaus die Möglichkeit Einblick zu gewinnen. Die Archive verlangen mitunter Nutzungsgebühren, damit muss man rechnen, daher war es sehr hilfreich, dass ich mir vorher genau aufgeschrieben hatte nach welchen Personen ich suchte, was ich ggf. schon von ihnen wusste, oder in welchen engeren Zeiträumen ich z. B. nach einer Geburt suchte. So hat man einen Ansatz und wenn man sich in die alten Handschriften eingesehen hat, gibt es die sogenannten „Zufallsfunde“.

So suchte ich z. B. als erstes nach weiteren Geschwistern meines Urgroßvaters Jacob-Wilhelm Hellbach, da diese ja in Filsen geboren sein mussten. Ich wusste nur, dass es insgesamt 12 Geschwister aus der ersten Ehe waren, von denen aber nur 5 das Erwachsenenalter erreicht hatten. Außerdem wollte ich mehr Vorfahren der Beckerseite finden, um den Weg der Bücher, die mein Onkel Horst hat, genauer nachvollziehen zu können.

Wie wild habe ich mir alle interessanten Eintragungen per Hand in ein Buch geschrieben, da dies einfach schneller ging und die Öffnungszeiten des Archivs begrenzt waren. Natürlich wollte ich den Tag so gut wie möglich ausnutzen, wenn ich schon die weite Fahrt bis nach Limburg machte.

An einem Abend, nachdem ich in Filsen beim Geschichtestammtisch etwas vorgetragen hatte und mit Frau Becker gesprochen hatte – sie konnte mir auch noch einige Daten und Namen ihrer jüngeren Vorfahren auflisten – setzte ich mich in mein Pensionszimmer und bastelte aus kleinen A5-Blättern, die ich aus meiner Kladde gerissen hatte, den Stammbaum von Becker, bis zu den Verbindungen mit der Familie Hellbach. Vor sieben Generationen fand ich die Verbindung in direkter Linie. Danach konnte ich schlafen gehen – ein weiteres Rätsel war gelöst.

Stammbaum – Nebenlinien

Ich bin bei meinen Forschungen auch immer wieder auf Hinweise zu weit entfernten Nebenlinien gestoßen. Schon allein die Tatsache, dass besonders die Frauen früher häufig im Kindbett verstarben, führte dazu, dass mehrere Ehen geschlossen wurden und es zum einen Halbgeschwister gab und zum anderen „Stiefverwandtschaft“. Mir war von Anfang an wichtig, dass ich nicht einfach nur nach genetischen Ahnen suche, sondern ich möchte etwas über die Lebens- und Denkweise meiner Vorfahren wissen. Ich weiß, dass meine Stiefoma für mich ganz wichtig war und auch ihre Schwester hat mein Leben und Denken geprägt. Daher macht es mir Freude auch diesem Zweig des Stammbaums nachzugehen, besonders, da ich Fotodokumente aus ihrer Jugend habe. Um die Menschen und Orte zu identifizieren, habe ich Stationen ihres Lebens aufgesucht und bin beim Geschichtsverein Baesweiler e.V. auch fündig geworden. Dort gab man mir den Kontakt zu einem Menschen, der ebenfalls Familienforschung betreibt und wie sich nachträglich herausstellte, sogar als Kind auf einem dieser Fotos abgelichtet ist. Er konnte mir sehr viele Informationen geben und die Telefonate mit ihm machten mich neugierig darauf, ihn persönlich kennen zu lernen.

Zunächst hatte ich einen großen Stammbaum „gezeichnet“, doch als ich mehrere Querverbindungen zwischen den verschiedenen Hauptlinien entdeckte, wurde klar, dass eine grafisch eindeutig lesbare Darstellung kaum mehr möglich ist. Da entschied ich, meinen Stammbaum in 5 Linien aufzuteilen. Diese stehen hier als pdf-Dateien zur Verfügung. Dargestellt sind in der Internetversion die Personen ab der Generation meiner Eltern. Wer Nachfragen zu meiner Generation oder jünger hat, kann sich mit mir in Verbindung setzen. Darüber hinaus habe ich vor einiger Zeit begonnen meinen Stammbaum im www.familienbuch-euregio.eu einzutragen. Ich bin damit aber noch lange nicht fertig.

Linie Hellbach-Becker Stand 2018-04-10

Linie Hellbach-Essers Stand 2018-08-16

Linie Urgatz Loop Stand 2021-02-17

Linie Rothkranz-Hellbach-Conzen Stand 2021-02-17

Linie Heinen-Lemmen u Dohms-Göbbels Baesweiler  Stand 2018-08-16

Ihren persönlichen Stammbaum gestalten?

Ich habe auf der Basis der Stammbäume mit den vielen Nebenlinien auch einen Stammbaum nur in direkter Linie und mit Fotos bis hinunter zur Generation meiner Enkelin gestaltet. Wenn Sie dies für sich und Ihre Familie gerne auch haben möchten, so kann ich dies gerne machen. Wenden Sie sich ruhig an mich.

Astrid Urgatz